Grundlagen der Kleintierphysiotherapie

Die Anwendungen von diversen manuellen Techniken aus dem Bereich der physikalischen Medizin wie zum Beispiel die Massage und geführte Gymnastik, zählen zu den ältesten überlieferten Methoden im Behandlungswesen.

Therapeut (altgr. θεραπευτής [therapeutés]: „der Diener, der Aufwartende, der Wärter, der Pfleger“)

 

 
 

Seit nunmehr 40 Jahren werden in Europa diverse Methoden (Massageformen, Bewegungsübungen udgl.) aus dem Humanbereich übernommen und äußerst wirkungsvoll zum Wohle des Tieres (speziell auch beim Hund) eingesetzt. Der Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen im Hundesport (auch bei Gebrauchshunden zur Leistungserhaltung), aber auch zur Rehabilitation steigt stetig und findet bei Besitzern und Trainern durch die erzielten Qualitätssteigerungen im täglichen Umgang mit dem Tier entsprechend auch immer mehr Anerkennung und Wertschätzung.

Die Kleintierphysiotherapie hat ihren festen Platz im Rehabilitationsfeld häufig nach operativen Eingriffen oder anderen physiologisch- anatomisch bedingter Problemstellungen am Bewegungsapparat. Hier wird natürlich nur nach Anweisung und Aufsicht des Tierarztes gearbeitet. Speziell auch der Bereich der Wellness und Energiearbeit ist ein weiterer Hauptwirkungsbereich der Physiotherapie am Tier.

 

 

 

Eventuell gefährdete Strukturen wie zum Beispiel Knochen und Gelenke werden durch gezielte Techniken entlastet, indem man die Belastung einerseits minimiert (durch Haltungs- und Bewegungsschulung) und andererseits stärker durch andere Strukturen abnehmen lässt (z.B. Muskelaufbau).

Zu diesen Anwendungen zählen unter anderem manuelle Anwendungsformen (Massagen,  Dehnungen, Lymphdrainage, Hydrotherapie (verschiedene Wasseranwendungen); Elektrotherapie/Massage (Schwellstrom, Interferenz-Strom, LL-Lasertherapie, Magnetfeldtherapie, Ultraschall...) und Bewegungsübungen (Trainingstechnik, Gymnastik, aktive und passive Bewegungsübungen).

 

 

Der Tätigkeitsschwerpunkt des/der Kleintierphysiotherapeuten/tin liegt gemeinsam und unter Aufsicht der Tierärztin, dem Tierarzt in der physikalischen Behandlungsassistenz von gesundheitlichen Problemen von vorwiegend Hunden und Katzen. ÖGVPT geprüfte Kleintierphysiotherapeuten arbeiten streng nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier.

Zum Beispiel bei Verspannungen und Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich des Tieres durch degenerative Skeletterkrankungen, Einschränkungen des Bewegungsapparates, neurologische Defizite (z.B. Dackellähme), Bewegungsübungen und Gymnastik nach Sehnen- und Bänderverletzungen und/oder Muskelfaserriss, Muskelatrophie (Muskelschwund), aber auch allgemeine Probleme wie zum Beispiel andauernde Steifheit, mangelnde Leistungsfähigkeit und  Widersetzlichkeiten, welche meist durch Schmerzen bedingt sind, erklären sich als Arbeitsfelder für eine verbindliche und interdisziplinäre Kooperation.

 

Der/die Kleinphysiotherapeut/in tritt weder als Konkurrenz noch als Ersatz zum Tierarzt auf. ÖGVPT geprüfte Kleintierphysiotherapeuten stehen dem Veterinärmediziner/Innen bei Bedarf als fachkundige Hilfesteller und Partner zur Seite und bieten so eine mögliche, weitere Grundlage im Behandlungserfolg.

Durch eine auf jedes Kleintier individuell abgestimmte und am kranken Kleintier vom Tierarzt zugewiesene und überwachte Betreuung (Massage, Akupunktmassage, Gymnastizierung, Lymphdrainage, aktive und passive Mobilisation, Aufbautraining, Bewegungstherapie, Entspannungstherapie, und Gerätetherapie) wird die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhöht sowie die Zeit der Rekonvaleszenz nach Verletzungen deutlich verkürzt.

Der/Die Kleintierphysiotherapeut/In kombiniert die physiotherapeutischen Anwendungsmöglichkeiten in direkter und unter Aufsicht stehender Zusammenarbeit mit dem Tierarzt häufig auch mit energetischen Methoden der Akupressur und Akupunkt-Massage, um einen stabileren Therapieerfolg zu erzielen.

 

 

Ein weiteres und sehr umfangreiches Betätigungsgebiet des Kleintierphysiotherpeuten liegt in der Leistungsbetreuung von Polizei-, Rettungs-, Agility- und Rennhunden, vor.

Besonders vor, während und nach Sondereinsätzen speziell ausgebildeter Rettungshunde ist der Therapiebedarf extrem notwendig und idiziiert um die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder schnellstmöglich wieder herzustellen..

Durch die Erstellung eines Trainingsplanes ist der Kleintierphysiotherapeut in der Lage, eine Konditionssteigerung und eine Verbesserung des Bewegungsbildes in Zusammenarbeit mit Tierarzt und Tierhalter zu erreichen.

 

Die  physikalische Therapie (Massage-Gymnastizierung-Trainingstechnik) durch den/die Kleintierphysiotherapeutin, (ÖGVPT) kann so sinnvoll die schulmedizinischen Maßnahmen der Tierärztin, des Tierarztes in der Rehabilitationsphase in verbindlicher Koperation auf ideale Weise ergänzen. Grundprinzip der Kleintierphysiotherapie ist es, auf möglichst umfassende wie auch schonende und ganzheitliche Weise die Ursache (n) und nicht nur die Symptome zu betrachten.

 

ÖGVPT geprüfte Kleintierphysiotherapeuten arbeiten streng nur nach Anweisung und ständiger Aufsicht des Tierarztes am kranken und/oder verletzten Tier.