Die Anatomie des Hundes

Auch wenn Hunde grundsätzlich die gleichen Organe wie Menschen besitzen, unterscheiden sich doch viele in Größe, Lage und teilweise auch in der Funktionalität deutlich. Da jedes Organsystem Angriffspunkt für verschiedenste Krankheiten und Störungen sein kann, oder, wie z. B. die Ohren, einer besonderen Pflege bedürfen, ist es wichtig, dass Sie sich ein wenig mit dem „inneren Aufbau“ Ihres Hundes auskennen. An einfachen Abbildungen möchten wir Ihnen die Anatomie Ihres Hundes etwas näher bringen und auch einige typische Krankheiten des jeweiligen Organsystems aufzeigen.

Die Wirbelsäule des Hundes setzt sich aus sieben Halswirbeln, 13 Brustwirbeln, sieben Lendenwirbeln, drei Kreuzwirbeln, die nach der Geburt zum Kreuzbein verwachsen, und 20-23 Schwanzwirbeln zusammen.
Die Rippensind- mit den Brustwirbeln verbunden und schließen am unteren Ende an das Brustbein an.

Das Kopfskelett besteht aus zwei Knochenkomplexen: aus den Hirnschädelknochen, die das Gehirn umhüllen, und aus den Angesichtsknochen um Mund- und Nasenhöhle, deren Größe je nach Rasse stark variiert.

Die Gliedmassen sind mit dem Axialskelett durch Gürtel verbunden. Der Schultergürtel wird auf beiden Seiten des Körpers nur durch jeweils ein Schulterblatt gebildet, denn der Hund, wie auch andere schnell laufende Tiere, hat kein Schlüsselbein.
Der Beckengürtelbefestigt die Hintergliedmassen am Rumpf und ist über die Kreuzwirbel mit der Wirbelsäule verbunden. An der Vordergliedmassewird der Arm vom Oberarmbein, der Unterarm von Elle und Speiche gestützt; die Hand wird aus der Handwurzel, der Mittelhand und fünf Fingern gebildet; die Finger haben je drei Glieder mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei hat.

Die Beckengliedmasse umfasst den Oberschenkel, gestützt vom Oberschenkelbein, den Unterschenkel mit dem Schienbein und dem Wadenbein und schließlich den Fuß, der aus der Fußwurzel, den vier Mittelfußknochen und vier Zehen mit je drei Gliedern gebildet wird.

Der Hund ist ein Zehengänger.
Er tritt mit allen drei Zehengliedern, die durch Hand- bzw. Fußballen geschützt sind, auf Beim die glatten Laufen werden die Gelenke abwechselnd gestreckt und gebeugt. In der Ruhestellung bilden die verschiedenen Teile der Gliedmassen nicht eine gerade Linie, sondern sind gewinkelt. Je steiler die Winkelung der Gelenke, desto höher die Laufgeschwindigkeit, die der Hund erreichen kann.

Die Gelenke sind die mit Knorpel bedeckten und mit Gelenkschmiere befeuchteten Verbindungen zwischen den Skeletteilen. Sie werden von einer fasrigen Hülle, der Gelenkkapsel, umgeben, die von Bändern verstärkt wird. Muskeln und Sehnen geben dem Ganzen Festigkeit. Man unterscheidet verschiedene Arten von Gelenken: straffe, wie zwischen Darmbein und Kreuzbein, bewegliche und einachsige Gelenke. Die beweglichen Gelenke sind die der Gliedmassen. Die einachsigen Gelenke sind: wie der Name andeutet' nur begrenzt beweglich. Sie können - wie z. B. das erste Zehengelenk - nur beugen und strecken.

Der Schädel

Bei Hunden unterscheidet man drei Grundformen des Schädels:

  • Hunde mit langer Schnauze wie Collie (Schottischer Schäferhund), Afghanischer Windhund, Dobermann und Foxterrier.
  • Rundköpfige, stupsnasige Rassen wie Chihuahua, Mops, Bulldogge und Pekinese (sog. Apfelkopf).Hund mit normal langer Schnauze. In diese Gruppe fallen alle anderen, die nicht einer der ersten beiden Kategorien angehören.

Teile des Schädels. Die äußeren Kopfmerkmale passen sich Form und Typ des Schädels an. Die Augen liegen in den Augenhöhlen rechts und links vom Jochbeinbogen. Dieser wiederum beherrscht die ganze Breite des Schädels und ist je nach Hunderasse unterschiedlich. Langschnäuzige Hunde haben einen relativ geraden Jochbeinbogen, während derjenige von kurzschnäuzigen Hunden stärker gebogen ist.Chihuahua:Er ist groß, muss aber mit dem Körper harmonieren, mit nicht hervortretenden Kiefermuskeln.

Der Kiefer. Die Form des Kiefers ist bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich. Die offiziellen Rassestandards stellen gewisse Richtlinien für das Gebiss eines jeden Hundes auf. Die Kiefermuskeln sind sehr kräftig. Man sagt, dass eine Promenadenmischung von 20 kg eine Beißkraft von 165 kg hat; beim Menschen beträgt der Durchschnittswert des Gebissdruckes 20 bis 30 kg.Chihuahua:Scheren- oder Zangengebiss; schiefe, unregelmäßige oder aufgrund des Alters fehlende Zähne werden gelegentlich toleriert., wenn die Kieferstellung korrekt ist.

Schädeldecke. Der obere Teil des Hundekopfes beherbergt das Gehirn und unterscheidet sich ebenfalls stark je nach Rasse.Chihuahua:Der Schädel ist ist apfelförmig, sehr breit und zwischen den Scheitelbeinen breiter als zwischen den Schläfenbeinen.

Der Stop oder Stirnabsatz. Hier geht die Stirn in das Nasenbein über. Einige Rassen - etwa der Boxer - müssen laut Zuchtstandards einen stark ausgebildeten Stop haben, andere wiederum nicht (Greyhound oder Bullterrier). Auf der Rückseite der Schädeldecke schließt sich das Hinterhauptsbein an, das beispielsweise beim Basset sehr stark ausgebildet ist. Dieses Merkmal tritt bei Junghunden erst im Alter von neun bis zehn Wochen.Chihuahua:Der Stop ist gut markiert, tiefliegend und breit aufgrund der abfallenden Linie der gebogenen Stirn über dem Fangansatz.

Das Gehirn. Das Hundegehirn unterscheidet sich von dem des Menschen vor allem im Großhirn. Der Mensch hat bedeutend mehr graue Zellen als ein Hund. Obwohl beide ihre Körperfunktionen und -bewegungen koordinieren und kontrollieren müssen, tut dies der Mensch mit mehr Verstand. Das Wichtigste am Hundegehirn sind die Sinne und das "Wiedererkennen". Für das eigentliche Denken ist kaum Platz. Einem Hund kann man beibringen, eine Geldmünze wiederzuerkennen, aber er wird niemals den Sinn des Geldes verstehen. Eine große Hunderasse wie der Bernhardiner, der ungefähr genauso viel wiegt wie ein Mensch, hat im Vergleich nur ein Gehirngewicht von 15 %. Dabei hat aber jener Teil des Gehirns, der für den Geruchssinn zuständig ist, 40 mal so viele Zellen wie der vergleichbare Teil im menschlichen Gehirn.

Die Muskulatur

Die Muskeln. Man unterscheidet drei Arten von Muskeln:

  • die quergestreiften oder Skelettmuskeln, die Bewegungen des Skeletts und der Haut ermöglichen
  • den Herzmuskel, dessen Fasern ebenfalls quergestreift sind, der aber eine autonome Nervenversorgung hat
  • die glatten Muskeln die man im Verdauungstrakt und in anderen inneren Organen findet

Beim Hund ist die Hautmuskulatur, die eine dünne Schicht zwischen Haut und Skelettmuskulatur bildet, gut entwickelt. Bei entsprechender Reizung bewegt sie ganze Hautbezirke. Durch die Kontraktion der Haarbalgmuskel sträuben sich die Haare. Von den Kopfmuskeln sind besonders die der Ohren und der Brauen von Bedeutung. Die Kopfmuskulatur bewirkt auch das Zähnefletschen.

Die Skelettmuskeln
haben sehr unterschiedliche Form (sie können lang oder kurz sein); sie sind entweder unmittelbar oder durch eine deutlich erkennbare Sehne mit dem Knochen verbunden. Wie alle anderen Säugetiere besitzt der Hund einen besonderen Muskel, das Zwerchfell, das Brust- und Bauchhöhle voneinander trennt.